steinway klavier stimmen

Vita

Ich darf mich Ihnen auch ein wenig persönlich vorstellen: Mein Name ist Christian Fischer, von Beruf Klavierbauer, ich bin 50 Jahre alt.

Schon früh interessierten mich Klänge umfassend. Als Kind erkannte ich Autos am Klang. Das Klavierspiel wurde mir nahegelegt, ich entschied mich damals allerdings für Schlagzeug und Percussion. Rhythmus begeistert mich heute noch.

Mit 14 bastelte ich begeistert mit Lautsprechern, verdiente mit der Abstimmung hochwertiger Lautsprecher später auch etwas Geld. Dazu spielte ich in zahlreichen Bands und mischte Live – Konzerte ab, was leider aufgrund der damals schlimmen Boxen und Mikrofone kein echter Spaß war.

Ich versuchte ein Elektrotechnik- und Tontechnikstudium, nahm dazu auch das Klavierspiel wieder auf, setzte mich unter Anderem mit der Musik von Bach, Chopin und Schönberg auseinander. Mir fehlte bei alledem allerdings das handwerkliche Arbeiten.

Ich bekam die Idee, Klavierbau zu lernen und absolvierte ein absolut begeisterndes Praktikum in der Werkstatt von Klavierbaumeister Stephan Cobré. Noch immer die erste Adresse in Kassel! Danach wusste ich: Die Klavierbauerei, insbesondere das klangliche Arbeiten an Klavieren ist mein Traumberuf - heute noch genau so wie zu Anfang meiner Ausbildung.

Das Praktikum klärte für mich 2 Ziele: Zum Einen eine längere Zeit im Konzertdienst für Steinway&Sons für die Pianistenelite zu arbeiten, zum Anderen irgendwann meine eigene Firma zu eröffnen.

Es folgte von 1993-1996 meine Ausbildung zum Klavierbauer bei Schimmel-Pianos. Dabei erzielte ich Platzierungen bei allen Stimmwettbewerben des BDK innerhalb der 3 Jahre, das Thema Stimmen faszinierte mich vom ersten Tag an , ich wollte alles wissen und habe unendlich viel experimentiert. Zum Ende meiner Lehrzeit übertrug man mir erste Konzertstimmungen. Heute weiß ich (im Gegensatz zu damals, was mir verziehen sei), dass es zum routinierten Konzerttechniker noch ein weiter Weg war...

Seit 1997 bin ich Mitglied im Bund deutscher Klavierbauer und habe mehrere Tagungen und zahlreiche Fortbildungen besucht.

Nach meiner Ausbildung hatte ich das Glück, bei Piano-Fischer in Schorndorf von dem von mir hochverehrten Klavierbaumeister Paul Stöckle fachlich und auch im Kundenumgang unendlich viel lernen zu dürfen. Danach konnte ich bei C. Bechstein in Berlin intensiv in die Intonierung, also das Ausformen des Klangspektrums von Flügeln, einsteigen. Ein faszinierendes Gebiet, dessen Umsetzung mich noch heute jeden Tag auf´s Neue begeistert.

Steinway fragte im Jahr 2000 an, ob ich beim Projekt Steinway-Haus München  mit dabei sein wollte, ich zögerte natürlich nicht und zog damals mit etwas Wehmut nach München um, da ich mich in Berlin sehr wohl fühlte.

2001 kam meine Tochter Paula zur Welt. Ich liebe sie über alles. Leider ist der Kontakt nach der Trennung von der Mutter sehr schwierig geworden. Das gehört zwar hier nicht hin, aber mir ist wichtig, dass dies hier auch steht.

2002 konnte ich nach mehreren Praktika im Hamburger Werk die Steinway-Academy Ausbildung für Konzerttechniker bei dem Steinway-Konzerttechniker, Herrn Georges Amann, absolvieren. Unglaublich, welche Erfahrung und Detailkenntnis dieser Mann mit größter Offenheit an uns weitergab. Danke dafür, lieber Georges!!

Von 2003 bis 2008 war ich für die Ausarbeitung des Gestellungsparks von ca. 20 Steinway-Instrumenten und als Cheftechniker im Steinwayhaus München für die Betreuung der hier konzertierenden Pianisten von Weltrang zuständig. Eine enorm faszinierende Herausforderung, die mich auch in Vielem weiterbrachte und mich tief in Seele der Instrumente „vordringen“ ließ.

Dennoch gab es Gründe, die letztlich dazu führten, dass ich nach 8 Jahren im Steinwayhaus die nächste Stufe meiner beruflichen Laufbahne in Angriff genommen habe: Ihnen, verehrter Besucher, die Ergebnisse meiner bisherigen Erfahrungen direkt, völlig markenunabhängig und in eigener Verantwortung anzubieten. Ich habe diese Entscheidung nicht einen Tag bereut.

Nach fast 13 Jahren München bin ich auch wegen der unmöglichen Wohnungssituation dort 2013 nach Bad Tölz gezogen und konnte mir 2015 einen weiteren Traum erfüllen: Die Einrichtung der pianoperfekt - Klavier- und Klangwerkstatt, die zukünftig auch als Ausstellungsraum für Kunst zur Verfügung steht. Auch werde ich mich dort zu einem passenden Zeitpunkt wieder der Entwicklung und Reparatur von Lautsprechern zuwenden. Schwerpunktmäßig sollen hier Steinway-Instrumente grundlegend instandgesetzt werden.

In 2014 habe ich zusammen mit Klavierbaumeister Christian Rabus beim bayerischen Rundfunk ein zweitägiges Fachseminar des BDK über Konzertstimmungen gegeben.

In 2016 besuche ich selbst wieder einige Fortbildungen, Schwerpunkt Intonation von Flügeln, um mich fachlich auszutauschen - man lernt nie aus.