Klavierklang

Klavierklang

Ein verstimmtes Klavier klingt verwaschen, diffus, unruhig, scheinbar weich, manchmal auch subjektiv angenehm. Präzise musizieren ist damit allerdings nicht möglich.
Nach einer guten Stimmung klingt es wesentlich klarer, differenzierter, resonanter. Schwächen im Gesamtklang, die vorher im Nebel steckten, zeigen sich nun offener. Manche Kunden empfinden nach einer Stimmung mehr Härte im Klang, ich meine, dies ist nur auf den klaren, differenzierteren und kompakteren Ton zurückzuführen. Jeder einzelne Ton steht wieder für sich, ist nun auch vergleichbar mit dem - ebenfalls gestimmten - Nachbarton und allen anderen. Eine gute Stimmung trägt somit einen ganz großen Teil zur Klanglichkeit bei, bietet "nur" dessen Grundlage. Auch klingt eine etwas höhere Stimmung (z.B. 443 statt 440 Hz) bis auf die absolute Höhe nicht wesentlich verschieden. Dass höher gestimmte Klaviere härter klingen, empfinde ich nicht wirklich, und wenn doch, dann kaum wahrnehmbar.

Maßstab ist der Kammerton a1, der heute bei 440 Hz festgelegt ist. Ältere Festlegungen sind 435 Hz oder sogar 415 Hz, was schon fast ein viertel Ton tiefer ist. Die heutigen Stimmungen bewegen sich zwischen 435 und 444 Hz. Für den Hausgebrauch nimmt man gerne 440 bzw. 442 Hz, bei älteren Klavieren auch schon einmal 435 Hz, um den Saitenbezug nicht zu überlasten.

Mit der Intonation, welche weitgehend durch Bearbeitung des Hammerkopffilzes vorgenommen wird, kann man bei entsprechender Erfahrung die Tonqualität und Dynamik eines gestimmten Klavieres und die individuellen Wünsche des Kunden massgeblich gestalten. Vorraussetzung hierfür ist ein guter Gesamtzustand des Saitenbezuges, des Resonanzbodens und der Klangstege, auch die Hämmer müssen noch genug Filz von guter Qualität aufweisen.

Auch der Raum, in dem das Klavier steht, ist entscheidend für den Gesamtklang und die Lautstärke.