Intonation

Intonation

Schon lange vor meiner Ausbildung zum Klavierbauer betätigte ich mich als Live - Tontechniker und konstruierte hochwertige Lautsprechersysteme für die Firma ACR, wobei die Feinabstimmung der Frequenzweichen immer mit dem Gehör erfolgte. Intonation von Lautsprechern. ACR war in den Achtzigern führend im Segment des Lautsprecherselbstbaus, die damaligen Chassis von Fostex mit die Besten und Ausgefallensten am Markt. Herr Damde führt diese Philosophie in Saarbrücken fort, absolut audiophile, sehr besondere Lautsprecher, vielleicht schauen Sie mal bei ihm vorbei!

Logischerweise faszinierte mich das Thema Intonation, also die "Klangarbeit" am Klavier vom ersten Tag meiner Ausbildung enorm. Die Möglichkeiten entwickeln zu können, ein Klavier so zu bearbeiten, dass die Klangentfaltung optimal für das jeweilige Instrument ist. Jahre meines beruflichen Werdegangs steckte ich in das Einfühlen in die Instrumente, entwickelte Schlüsse und Methoden, vollendete diese letztlich im Konzertdienst für Steinway&Sons über Jahre erfolgreich. Ich kann Ihnen eine vielleicht einzigartig fundierte praktische Erfahrung in der klanglichen Optimierung anbieten.

Es gibt ein paar Anhaltspunkte für eine gute Intonation: Es sollen möglichst viele Klangabstufungen möglich sein, von einem dunklen, ausdrucksstarken, singenden und wirklich leisen pianissimo bis zu einem hellen, keinesfalls harten, kraftvollen fortissimo. In jeder Abstufung sollte der Ton frei und farbig klingen. Auch sollte das, was Sie an physischer Energie in das Instrument hinein geben eine für Sie möglichst gut passende klangliche Entsprechung haben. Pianissimo soll pianissimo darstellen, fortissimo eben fortissimo, wobei der Toncharakter entscheidend ist, nicht unbedingt die Lautstärke. Die erzielbare Dynamik soll sich über die ganze Klaviatur hinweg möglichst gleichmäßig entfalten, es also keine "Löcher" oder "Härten" im legato geben, egal, bei welcher Lautstärke.

Intonation ist prinzipiell nicht messbar, sondern höchst individuell, denn jeder Mensch empfindet Klanglichkeit anders. Auch findet der eine den Steinway-Ton, der andere jedoch Fazioli, Bösendorfer oder Yamaha angenehmer. Es gibt hier keine Wahrheit, nur die jeweils eigene. Dennoch kann man viel tun, das Instrument Ihren Wünschen anpassen, die Werksintonation, die oft leider nur eine mäßige Grundlage ist, ins Detail ausarbeiten.

Eine der wichtigsten qualitativen Vorraussetzungen für gute Intonation: Das Instrument muss so frei wie möglich schwingen können, und ein möglichst langes, tragendes Ausklingen des Tones ermöglichen. Hier gibt es selbst bei scheinbar genau gleichen Instrumenten enorme Unterschiede, die vor allem in dem von Natur aus immer unterschiedlichen Werkstoff Holz begründet liegen. Von Haus aus kurze Töne oder Partien sind nicht angenehm intonierbar, ein solches Instrument oft "eng" und mitunter aggressiv im Ton und ist in der erzielbaren Dynamik immer begrenzt. Durch "freistimmen" kann man ein wenig erreichen, aber solche Schwächen nicht völlig ausgleichen. Ein Hauptkriterium daher bei der Flügelauswahl - in das Instrument hineinzuhören und zu erfassen, was möglich ist. Das mit der größten Tondauer einer Baureihe ist flexibler zu intonieren und ermöglicht in der Regel mehr wirkliche Kraft, eine breite Dynamik und schönere Klangfarben.

Für eine gute Intonation ist eine fachlich exzellente, mitunter aufwendige, teilweise regelrecht penible Vorarbeit und viel Erfahrung auf diesem Gebiet absolut unerlässlich. So müssen beispielsweise die Hämmer sprichwörtlich in guter Form sein und genauestens an die Saiten angepasst werden. Die Mechanik muss sehr gleichmäßig an ihrem optimalen Arbeitspunkt reguliert sein, um die Energie möglichst verlustfrei und mit für Sie angenehmer Rückmeldung weitergeben zu können. Ohne eine klare, haltbare Stimmung kann man nicht vernünftig intonieren.

Intonieren ist eine musikalisch-künstlerische Arbeit, die ein sehr breites handwerkliches Fundament, Musikalität und ein sensibles, geschultes Gehör voraussetzt. Man braucht viel Einfühlungsvermögen, muss erfassen können, welche Klanglichkeit in dem jeweiligen Instrument verborgen ist. Auch dies geht nur, wenn man sozusagen heiß darauf ist, Spaß und Freude an dieser Art von "Klangforschung" mit anschließender Gestaltung hat. Auch hier gilt, dass man Erfahrungen sammeln muss, viel experimentieren muss, um irgendwann zu wissen, womit ein gewünschtes Ergebnis erreichbar ist. Im Konzertdienst hat man oft nur sehr wenig Zeit, so dass man hier effektive Tricks entwickeln muss, von denen Sie nur profitieren können.

Intonieren ist immer wieder eine neue, spannende und schöne Herausforderung, jedes einzelne Instrument ein absolutes Individuum. Die oft verborgenen Möglichkeiten hervorzuholen ist dann wieder viel miteinander vernetztes, solides Handwerk, in diesem besonderen Falle vielleicht sogar wirkliches Kunsthandwerk.

Vertrauen Sie diese Arbeit bitte nur wirklich qualifizierten Fachleuten an, die einen guten Ruf und viel Erfahrung auf diesem Gebiet haben. Die Ausbildung oder ein Meisterbrief sind hier nicht entscheidend, Erfahrung in der Praxis, Sensibilität und die eigene Motivation zählen! Ein Hammersatz ist schnell ruiniert, Ersatz aufwendig und teuer!

Meine zahlreichen Mechanikreparaturen sind reklamationsfrei, meine Kunden ausnahmslos zufrieden...